Ein letzter Blick zurück

Ich bin ein schlechter Mensch. Ganz ehrlich und ohne Schielen nach Absolution oder Widerspruch.

Trotz besseren Wissens habe ich viele Jahre lang so weitergemacht, wie meine Sozialisation bzw. die Sozialisierer es mir eingeimpft haben. Ich habe Tiere und deren unfreiwillige Gaben gegessen, obwohl ich wusste, oder zumindest ahnte, dass das NICHT richtig sein kann. Ja, ich hab sogar selbst welche „gehalten“.

Ich habe über Menschen gerichtet und viele sicher auch verletzt. Zu beidem hat niemand das Recht. Ich habe die Umwelt behandelt wie den letzten Dreck, nur weil ich mir wohl sicher war, dass ich ohnehin nicht mehr lange lebe. Ich habe alle Ressourcen, die mir zur Verfügung gestellt wurden, undankbar und widerwillig angenommen und das Leben als solches nicht geachtet.

Ja, man lädt viel Schuld auf sich, wenn man dem eigenen Gewissen und der eigenen Überzeugung zuwider handelt. Das ist noch sehr viel verwerflicher, als unbewusst zu sündigen. Wer will schon jemanden moralisch belangen, der kein Gewissen hat?

Es war dieses erste Leben auch ein Leben der vergeudeten Zeit, der verschwendeten Energie, der falschen Entscheidungen, der ungenutzten Chancen und der unzähligen, immer wieder wiederholten Fehler.

Hier haben andere Menschen sicher weniger Scheiß produziert, was in Aussicht auf das 2. Leben wohl ein kleiner Vorteil ist. Aber mein extremes Fehlverhalten deckt wenigstens alle Bereiche ab und kann somit jedem als abschreckendes und gleichzeitig motivierendes Beispiel dienen. Da ist für alle Eventualitäten was dabei.

Das Motto des Tages lautet also folgerichtig:

Wenn DER das schafft, dann kann es jeder schaffen.

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