Loslassen können kann kniffelig sein

Das mit dem Loslassen ist ein sehr beliebtes Thema in der Spirit-Szene. Und es ist auch eine der schwierigeren Übungen, was die Auflösung festgefahrener Muster betrifft, denn hier gehts ans Eingemachte. Und in der Chronologie steht das Loslassenkönnen auch meistens ziemlich am Beginn des Weges, also dort, wo man ohnehin schon genug mit sich und seinem Kram zu tun hat.

Hier gehts oft um Verlustangst und das krampfhafte Klammern an das Gewohnte, und das Angewöhnte. Egal wie negativ es für das Wohlbefinden ist.
Jeder außerirdische Max Mustermann, der von weit her auf die Erde schaut, wird den Kopf schütteln: „Mann, es geht doch nur um den MÜLL in deinem Leben. Alles wird BESSER nach der Entsorgung. Alles eine Frage der Perspektive.“

Und viele von uns wissen das ja auch. Es fehlt nur der Mut zur Courage. Es fehlt der Überwindungswille. Die Angst vor dem Verlust eines Stücks der angelernte Identität ist riesengroß. „Werde ich dann noch derselbe sein?“

Weg mit dem Dreck

Sag Adjeu zu Dingen, Gewohnheiten und Menschen, die dir nur oder zumindest hauptsächlich schaden. Mach von mir aus eine Liste.
Erst die Benennung, dann jeweils eine Plusminus-Tabelle.
Und beim durchkämmen wirst du merken, dass sich da einiges angesammelt hat, mit dem du dich und dein Leben belastest.
Und wie immer gilt: Die Zeit heilt alle Wunden. Auch wenn du dir jetzt in diesem Moment nicht vorstellen kannst, dass du bereits ein paar Wochen später gar nicht mehr weißt, wie du jemals so abhängig von einem Ding, einer Person oder einer Angewohnheit sein konntest.
Nachtrauern ist ja nicht verwerflich. Das vergeht.

Trennung von Dingen, die dir nichts bringen

Da ist ja nicht nur der Krempel, den man Besitz nennt. Hab und Gut.
Geh mal durch dein Heim und ich schwöre dir: gut die Häfte davon verwendst du nie. Ja, der Verstand schreit: „ABER ICH WILL DAS HABEN, vielleicht brauch ich es irgendwann mal.“ Schließlich ist es dein EIGENtum, gekauft auf der Tour d´amsteráde. Ein Teil von dir anscheinend. Heute heisst es nicht mehr: Dieser Schmerz! Als würde mir jemand das Herz aus dem Leibe reissen. Sondern: …als würde mir jemand das Smartphone aus dem Herzen reissen.

Hey, es wird vielleicht nicht zu Staub, so wie du, und vielleicht knabbert Mutter Erde noch Millionen Jahre daran, den ganzen Mist zu verdauen mittels irgendwelcher Überwachsungen oder Versteinerungen, aber sei dir sicher, was es auch ist: es ist kein lebenswichtiges Organ von dir. Doch, das stimmt, glaub mir, ich habs nachgegoogelt.
(gesendet von meinem iPhone)

Kill die schlechten Gewohnheiten

Gewohnheiten haben etwas Seltsames an sich: sie sind eigentlich immer schlecht. Oder hast du schon mal von guten Gewohnheiten gehört?

„Ich gewöhn mir jetzt mal gute Gewohnheiten an.“
„Cool, ich hab mir zu Neujahr welche abgewöhnt. Ich rauch jetzt.“
„Du bist aber fresh, Bro!“

Gewohnheiten sind oft Süchte. Und die haben es nunmal so an sich, in Wahrheit gar nichts zu bringen, aber viel zu kosten. Zeit, Geld, Energie, soziale Wichtigkeiten, Gesundheit, das Leben.

An schlechten Gewohnheiten leiden wir aber immerhin am Bewusstesten und Plakativsten. Was soviel heisst wie: Hier kann man am ehesten ansetzen. Wer es schafft, eine Nikotin- oder Alkoholsucht zu eliminieren, hat das Prinzip verstanden. Der kann dann auch den alten Rock ohne Ohnmachtsgefühle wegschmeissen oder die verrostete Liebe.

Abschied von negativen Menschen

Hier wird es einigermaßen kompliziert. Man kann ja oft nicht anders, als zu akzeptieren.

Schon alleine sämtliche Kinder dieser Welt müssen in zwischenmenschlichen Beziehungen ausharren und sie ertragen. Und dann das restliche Leben ausbaden bzw. ausbaden lassen, wenn sie sich damals für das Opferprogramm entschieden haben und nicht für die Jetzt-erst-recht-Option.
Aber als Erwachsener kann man meistens schon. Wenn man will.

Fast in jedermanns „Freundes“kreis befinden sich einige Leute, da verdunkelt sich der Himmel schon, wenn sie auch einfach nur schweigend da stehen. Weil die dunkelschwarze Aura alles überstrahlt.

Am schlimmsten sind diesbezüglich aber natürlich Mann-Frau-Beziehungen (jaja, auch die beiden anderen Möglichkeiten oder wie viele Geschlechter es jetzt mittlerweile angeblich schon gibt).

Man will ja auch nicht sofort alles hinschmeissen, wenn man merkt, dass der andere nicht der ist, der er mal vorgab zu sein. Das trifft wohl für ca 90% der Paare zu, fällt aber in 50% der Fälle gar nicht auf, weil BEIDE nur für die Eigenbedarfbefriedigung eingestiegen sind in den Ring. Mit dem Ring vielleicht sogar.

Ist natürlich auch möglich, dass es eine Persönlichkeitsentwickung gab, aber die sind ja meistens positiver Natur und können demnach eher nicht zum Lebensverdruss beitragen.

Dieses „Er/sie hat sich total zum Schlechten verändert“ ist ja nichts anderes als: Die Fassade ist gebröckelt. Oder aber: Meine Erwartungen werden nicht mehr erfüllt.

Irgendwann aber sollte man jedenfalls einsehen, dass der andere keinerlei positive Aspekte an sich hat und baba sagen. Ja, das mag weh tun, vielleicht, weil man viel empfindet oder netten Sex hatte, aber die Schramme nach dem Radfahrsturz als Kind war ja nach 2 Tagen auch vergessen, um einmal ein wirklich realistisches und einfühlsames Beispiel zu bringen.

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3 Gedanken zu “Loslassen können kann kniffelig sein

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