Positives Denken? Ja, warum nicht! Wenns hilft.

Eine liebe Schrulle, die in Lebenshilfekreisen recht präsent ist, nennt sich „Positives Denken“. Ist ein bisschen was anderes als Optimismus, Hoffnung oder Zuversicht, denn sonst könnte man es ja auch genau so nennen.

Werfen wir aber zur Vereinfachung des Gegenstands trotzdem einmal alles in einen Topf und einigen uns darauf, dass es darum geht, sich einzureden, dass alles gut wird und auch schon ist. Vielleicht noch ein bis zwei Affirmationen dazu gepackt, quasi zur Absicherung, und nichts kann mehr schief gehen.

Dagegen ist grundsätzlich einmal nichts einzuwenden. Negative Gedanken und Gefühle unterstützen negative Ergebnisse. Das ist jedem klar. Dauerjammerern und Immernörglern widerfährt selten Gutes. Das wäre ja auch gar nicht in deren Sinne. Und dennoch fällt es mir sehr schwer, die Wahrscheinlichkeits-Theorie, die Erlebnis-Erkenntnis-Theorie und die schiere Realität gänzlich aussen vor zu lassen.

Wenn eine Situation oder gar eine Phase glasklar in Richtung GAU steuert, dann sagt der Verstand voraus, dass das Ende höchstwahrscheinlich ebenfalls in dieser Richtung ist und nicht dort, wo immer die Sonne scheint.

Ja, natürlich kann und sollte man auch der größten Katastrophe, der schlimmsten Krise und den übelsten Umständen immer auch etwas Positives abgewinnen, denn alles hat seinen guten Grund und ist nicht per se böse oder schlecht. Aber wenns ums Finale geht, kann man sich dann ja nicht mehr über diese andere Seite der Medaille freuen. Das würde mich eigentlich schon sehr ärgern.

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