Ungewissheit, nagend. Optionen, kostbar.

Eines darf man sagen. Du bist NICHT Herr über dein Leben, wenn du nicht weißt, was morgen ist. Wo du bist, wie du bist, mit wem du bist.
Du bist in diesem Fall nicht „herrlich frei und spontan“, sondern du bist es gezwungenermaßen.
Du lässt dich von den Umständen treiben und nimmst also, was kommt oder eben nicht. Das Schicksal zieht dich an einem Seil hinter sich her, und befestigt ist dieses an deinen Händen, die in Fesseln liegen. Optional kannst du auch den Bären, der an seinem Nasenring durch die Manege geführt wird, als Metapher verwenden. Wie es dir gefällt.

So geht es auch mir gerade. Ich weiß nicht einmal annähernd, was der jeweils nächste Tag bringen wird. Es tun sich Möglichkeiten auf, doch diese verlangen allesamt größere Opfer oder versperren andere Optionen. Und dabei wäre es relativ einfach, wenn sich der Himmel auftäte und einige Scheine regnen ließe.

Seltsam und grotesk ist das, oder nicht? Sich fast ausschließlich Gedanken über Geld zu machen, obwohl man sich soeben auf dem Weg zur Geldlosigkeit befindet. Denn Geld in dem Sinne, in welchem der versklavte Teil der Menschheit es gebraucht, kann einfach kein Teil eines zweiten Lebens sein. Nie und nimmer.

Geld!
Wenn du es hast oder einfach so bekommst: kein Problem. Damit kannst du einiges bewegen. Für dich und für andere.
Wenn du aber etwas von dir hergeben musst, um es zu bekommen, wird es jenen Wert in dir erhalten, den es einfach nicht hat und haben darf, und du wirst damit nur Dinge tun, die dir oder anderen schaden, denn Geld wir auf diese Weise zu einer Kostbarkeit, für die du immerhin oft genug deine Seele verkauft hast. Genau so funktioniert das herrschende Geld-System. Ganz genau so.

Wäre ich nun also bereits erleuchtet im Sinne meiner Interpretation von Erleuchtung, wäre mir die Situation gleichgültig. Es gäbe keinen Kompromis, es gäbe kein Hinauszögern einer Konsequenz der Wahrheit, es gäbe kein „Einmal ist Keinmal“. Es würden eben andere Wege beschritten oder die Situation mit den vorhandenen Ressourcen durchlebt werden.

Es ist ein langer Weg und Einsicht allein ist noch lange kein weiterer Schritt.

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