Vom Werden und Vergehen allen Seins

Wir befinden uns also in der Phase der 1. Schritte im 2. Leben. In meinem persönlichen Beispiel ist dies, wie bereits berichtet, die Zeit des Fastens, der Entsagung, des Entgiftens und des Loslassens. Und was in Gedanken oder am Papier so mühelos und lässig daherkommt, ist in der Praxis auch bei aller Euphorie und Veränderungsfreude eine ziemliche Quälerei. Zumindest zu Beginn.

„Hunger!“, schreit der Magen schon nach einigen Stunden. „Ablenkung!“, ruft der Kopf. „Ich mag nicht mehr!“, murrt die Psyche. Großhirn an Milz: „Schnauze!“

Genau genommen müsste ich mich spätestens heute aufhängen. Die Existenz als Bürger, Bürge und Mitmensch ist quasi abgelaufen. Wegen Funktionslosigkeit und der Untauglichkeit, am Systemtrott sowie auch am eigenen Leben aktiv teilzunehmen zu können. Kraft und Energie gehen zu Neige. Das Geld ist schon dort.

Diese so absolut unumstößliche Ausweglosigkeit der Lebenssituation im Hier und Jetzt eröffnet zwar sämtliche Chancen, die das kosmische Feld aller Möglichkeiten beinhaltet, doch der Zugriff darauf ist meinem höheren Selbst und auch der irdischen Manifestation der Seele noch verwehrt, wie es scheint.

Jeder 1. jeden Monats ist für einen existenziellen Grenzgang ein kleines Hinüberbeugen zum Abgrund. Ein kleines Hinunterlugen. „Wird es sehr weh tun? Werd ich den Aufprall noch spüren?“

Ausweg- bzw. Hoffnungslosigkeit könnte, sollte, ja müsste jedoch etwas bewirken, das sich wahrhaftige Wurschtigkeit nennt. In Zeiten von Stress, Krise, Drama und Tragödie, in denen alles ein einziges, riesiges Problem darstellt, müsste doch ganz von alleine ein Schalter umgelegt werden, der einen Lachkrampf bewirkt.

Existenzprobleme zu haben, bedeutet, zu akzeptieren, dass Geld dein Herr und Meister ist und über dein Leben oder Sterben bestimmt.

Das ist krank und peinlich, wenn man es durch die Brille des Erwachten sieht. Davon darf man sich nicht den Tag vermiesen lassen, wenn man noch alle Tassen im Schrank hat.

Doch das ist ja der Zweck dieses Echtzeit-Blogs aus der Ich-Perspektive: Probleme, Ängste, Sorgen und Nöte hindern dich auch in sehr viel weniger prekären Situationen daran, ein freudvolles und erfülltes Leben zu führen. Man gewöhnt sich bloß mit der Zeit daran. Es ist, als gehörten all diese negativen Gedannken und Empfindungen zum Leben dazu. Als wäre das des Menschen Bestimmung und das Kreuz, das er nunmal zu tragen hat.

 

Und das ist eben gequirlter Schwachsinn.

 

Schon kleine oder auch nur eingebildete Probleme sorgen dafür, dass man alle Vorhaben bezüglich Bewusstwerdung und jegliche Veränderunsziele von einer Sekunde auf die andere vergisst oder über Bord wirft.

Es ist letztendlich, zumindest in der ersten Phase, ein psychisch sehr anstrengender Kampf. Man muss es leider so ausdrücken. Da braucht man nichts beschönigen.

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