Weglaufen ist niemals die Lösung, immer nur Verschleppung.

Wer will schon Flüchtling sein?

Ich habe mich selbst oft gefragt, warum ich nicht schon längst meine Koffer gepackt habe, obwohl ich schon lange Zeit immer wieder Probleme an diesem Wohnort habe. Zu jeder Zeit wäre dies möglich gewesen und einiges wäre mir erspart geblieben bzw. erleichtert worden.

Und die Antwort darauf weiß ich auch. Das Hier und Jetzt ist nicht morgen und woanders.
Wenn du dich erneuern willst, dann musst du es dort tun, wo du im Augenblick dieser Entscheidung bist und genau in jenen Umständen und Zuständen, in denen du dich befindest. Sonst ist es nicht echt. Sonst ist es ein Weglaufen. Ein vermeintliches Erleichtern des Prozesses und ein Aufschieben des Eigentlichen.
Vermeintlich, weil du dich, egal, was du änderst, ohne vorher dich selbst geändert zu haben, selbst mitnimmst. Egal, wohin du gehst.
Und dein einziges Problem bist nunmal du selbst.
Und es ist auch unerheblich, bei oder mit wem du sein wirst.
Denn diese anderen sind ebenfalls jeweils ihre eigenen Probleme, oder sagen wir besser: ihre eigenen Feinde.

Transformation kann sehr wohl an einem anderen, noch unbefleckten Ort mit einem anderen, noch unbeflecktem Umfeld stattfinden oder zumindest beginnen. Aber da wird immer irgendwas zurückbleiben: Die ungelösten Probleme. Die inneren und äußeren Konflikte. Und die finden einen, egal, ob man sich nur in eine andere Stadt begibt oder sich in der Antarktis vergräbt.

Deine Vergangenheit findet dich immer. Überall.

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